Karijini Nationalpark und das goldene Outback

Wir haben hin und her überlegt, ob wir überhaupt noch in den Karijini Nationalpark (ca. 650km weit östlich) fahren sollten. Die Hitze und Aussicht auf knapp 38 Grad oder mehr und vermutlich viele Fliegen, sowie die Unsicherheit wegen möglicher überfluteter Straßen waren nicht gerade Ansporn. Aber der Karijini Nationalpark wird von vielen mit seinen Schluchten, welche die Trockensavanne mit kleinen Flussläufen durchziehen und seinen abenteuerlichen Wanderwegen als das Highlight Westaustraliens bezeichnet.

So bissen wir in den sauren Apfel und fuhren über 8h an einem Stück dorthin, 8h Klimaanlage ist schließlich auch ganz angenehm und das Fahren machte uns hier bisher eigentlich immer Spaß. Unterwegs gab es genau eine Tankstelle nach ca. 250km, das Nanutarra Roadhouse. Entsprechend hält gefühlt fast jedes Auto und jeder LKW, der die Straße fährt, dort. Ein Roadhouse ist Tankstelle, „Supermarkt“, Cafe, Restaurant, Motel, Campingplatz, Werkstatt in einem und ich finde die meisten Roadhäuser, die hier im Nirgendwo liegen haben echt Charme. Kaum vorstellbar, dass hier Menschen freiwillig leben, es gibt dort einfach nichts, noch nicht mal besonders schöne Natur, sondern nur weitläufige Savanne/Busch.

Große Flächen Australiens werden übrigens medizinisch durch die Luft durch den Royal Flying Doctor Service (R.F.D.S) versorgt. So tat sich unterwegs dieses Schild hier auf:
SSC_0613Viele Straßen oder Schotterpisten dienen zugleich als Landebahn. Der R.F.D.S kann mit 63 Flugzeugen an 21 Standorten theoretisch innerhalb von zwei Stunden jede Person in Australien erreichen.

Angekommen im Karijini Nationalpark waren wir von den angenehmen Temperaturen überrascht. Das Fliegenaufkommen hielt sich auch in Grenzen, ich glaube wenn keine gar keine Fliege da wäre, müsste man sich in Australien schon fast Sorgen machen, dass der Weltuntergang naht…
Wir campten die erste Nacht wieder auf einem sehr naturbelassenem Campingplatz ohne Duschen und ohne Strom nur mit Plumpsklos und unternahmen zwei Tage lang einige kleine Wanderungen.
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Die meisten Wanderwege im Karijini Nationalpark sind eher kurz, dafür aber relativ intensiv, wie immer in Australien gut gekennzeichnet und mit viel Balancieren, sofern man nicht (unfreiwillig) schwimmen möchte.

Spider Walk (man geht wie eine Spinne entlang):
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Oder durch enge, beeindruckende Schluchten auf rutschigen Steinen entlang hangeln:
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An manchen Stellen lässt sich das Nasswerden jedoch nicht vermeiden:
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Nach einer kleinen Kletterpartie entdeckten wir diesen schönen Pool:IMG_6625SSC_0643Positiv ist, dass in den Schluchten meistens Schatten war, die Temperaturen waren auch nicht zu heiß. Uns hat es wirklich sehr gut im Karijini NP gefallen.

Entgegen unserer ursprünglichen Planung fuhren wir anschließend nicht direkt weiter Richtung Süden nach Perth, denn wir waren vor unserem Zeitplan und wollten noch mehr Outback-Luft schnuppern als ursprünglich geplant. Wir fuhren zunächst wieder die gleiche Strecke zurück und nächtigten beim Nanutarra Roadhouse (s.o.). Hier hatte die Buschfliege auch wieder Hochkonjunktur. Wir hatten die Wahl zwischen draußen essen im ewigen Kampf mit der Buschfliege, die am liebsten gerne zeitgleich mit dem Essen in den Mund geschaufelt werden möchte oder im Auto bei gefühlter Saunatemperatur. Wir entschieden uns für letzteres und ich ging danach ja eh duschen…

Exkurs Nr. 1 zum Thema Buschfliege: 2014 hatte sich ein Deutscher in Queensland bei einer Wanderung verlaufen und wurde erst nach 3 Wochen gefunden. Er hatte aus Pfützen getrunken und sich von Fliegen ernährt, dass das funktioniert, kann ich mir gut vorstellen, man sucht sich einen schattigen Baum und öffnet einfach den Mund.

Exkurs Nr. 2 zum Thema Buschfliege: Warum gibt es eigentlich so viele Fliegen in Australien? Ist es eine Plage? Es ist keine Plage, denn eine Plage kommt und geht, die Buschfliege ist aber immer da! Scheinbar gibt es keine Regel dahinter, wann und wo viele Fliegen sind, mal hat man Glück, mal Pech, es kann sich sehr schnell ändern. Die Buschfliegen gibt es schon seit Jahrhunderten in Australien, doch die Anzahl soll sich erst mit Ankunft der Europäer drastisch erhöht haben. Die Europäer brachten nämlich Rinder mit, die eine Menge Kuhfladen produzieren. Dort legt die Buschfliege besonders gerne ihre Eier drin ab, denn sie sind schön saftig und bieten ideale Bedingungen. Die weibliche Buschfliege, so heißt es, braucht zur vollständigen Entwicklung ihrer Eierstöcke Proteine, die sich in hoher Konzentration in tierischen/menschlichem Speichel, Tränenflüssigkeit, Nase, Blut befindet. Deshalb setzen sie sich dort, im Gegensatz zur europäischen Stubenfliege, besonders gerne hin. Mit den Rindern kamen leider keine Mistkäfer nach Australien (wie so oft in Australien, irgendwas wurde eingeschleppt und bringt alles durcheinander). Die lokalen Mistkäfer sind eher auf trockenen Känguru/Beuteltier Dung spezialisiert und können mit den saftigen Kuhfladen nichts anfangen. 30 Millionen Rinder betonieren jährlich eine Fläche halb so groß wie Hessen mit Kuhfladen zu, die nur langsam abgebaut werden. Aus diesem Grund hat man bereits mehrfach spezialisierte Mistkäfer nach Australien importiert, die mancherorts wohl auch schon Wirkung zeigen.

Exkurs Nr. 3 zum Thema Buschfliege: Als Aussie Salut wird das regelmäßige Herumwedeln eines Australiers mit einer Hand vor seinem Gesicht mit dem Zweck Fliegen zu verscheuchen, bezeichnet. Diesen Aussie Salut kann man wohl tatsächlich auch bei Reportern im Freien in Fernsehsendungen beobachten.

Um in den Genuss der Klimaanlage des Roadhouses zu kommen, gingen wir dann anschließend noch ein Bier dort trinken.

Von dem Nanutarra Roadhouse machten wir uns auf in das goldene Outback. Golden deshalb, weil früher in dem Bereich einige Goldminen waren. Wir lasen von einem „Wool Wagon Pathway“, eine ca. 3 Tage dauernde Strecke über Pisten durch das Outback.  Bis vor ca. 100 Jahren hat man über diesen Weg Wolle in Karavanen mit großen Kamel-Wagen in Richtung Küste (Exmouth) transportiert, um sie nach London zu verschiffen.
Auf dem Weg des Wool Wagon Pathways gibt es hin und wieder Farmen oder Mini-Siedlungen, wo man auch übernachten kann.
Unseren ersten Zwischenstopp legten wir an der Lyndon Station ein:
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Die Lyndon Station ist eine Vieh-Farm 3h von der nächsten Stadt entfernt, 90x50km groß, der nächste Nachbar ist 70km entfernt. Dort trafen wir überraschenderweise eine nette junge Frau aus Celle, die dort für 3 Monate als Köchin/Putzfrau arbeitet. Sie war sehr erfreut mal neue Gesichter zu sehen, es hatten sich in ihrer Zeit dort bisher nur mal ein österreiches Ehepaar dorthin verirrt. Auf der Lyndon Station lebt eine Familie mit 5 Kindern, inkl. einem behinderten Pflegekind der Aborigines. Neben der Deutschen (Name leider vergessen) ist noch ein Ehepaar aus den USA/Großbritannien momentan dort. Die Frau unterrichtet die Kinder, die normalerweise on air, über das Internet wie viele Kinder in entlegenen Gebieten in Australien unterrichtet werden. Zudem gibt es einen Känguru-Shooter, jemand der den ganzen Tag nichts anderes macht als Kängurus (und Dingos) zu erschießen, die dem Vieh das ohnehin spärliche Gras wegfressen. Handyempfang gibt es nicht, das Internetvolumen teilt man sich dort mit der ganzen Farm und das war wohl schon vor 1 Woche aufgebraucht. Strom wird über einen Dieselgenerator produziert, 1x wöchentlich kommt ein Truck vorbei, der den vorher über das Internet bestellten Einkauf vorbeibringt. Beim 70km entfernten Nachbarn kommt der Truck sogar nur zweiwöchentlich, weshalb der Nachbar alle 2 Wochen zu Besuch kommt, um seinen Einkauf abzuholen. Die Kinder bleiben bis zum 12. Lebensjahr auf der Farm, dann gehen sie nach Perth zur Schule und wohnen dort bei der Schwester der Mutter. Wenn wir auch nur sehr kurz dort waren, war der Einblick, bzw. die Erzählung von dem Leben dort sehr faszinierend.
Unterwegs mussten wir hin und wieder kleine Wasserläufe durchqueren, was immer gut  klappte, denn sie waren nicht wirklich tief, aber trotzdem matschig.SSC_0645Hier wollten wir gerade durchfahren, als dieser Waran dort gerade eine Pause einlegte, er verzog sich dann aber:

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Die Nächte verbrachten wir dann an der Gascoyne Junction, dem Murchison Settlement und auf einer weiteren Farm, der Gabyon Station.

Von der Gascoyne Junction aus machten wir noch einen kleinen Abstecher in den Kennedy Range Nationalpark, der quasi auf dem Weg lag. Dies ist ein sehr niedrig frequentierter Nationalpark in Westaustralien, wir haben keinen anderen Menschen dort gesehen. Man hat zwar immer einen netten Hintergrund, aber die Spots, die wir uns kurz dort angeschaut haben, waren eher wenig spektakulär.

Temple Gorge im Kennedy NP, sieht aus wie eine Pyramide:SSC_0652SSC_0651Weiter ging es den Wool Wagon Pathway entlang zum Murchison Settlement: Hier leben 15 Menschen. Es tauchte wieder mal eine Braunschlange auf, die zwei Frauen entdeckten. Es kam das örtliche Multitalent vorbei, der die Schlange aufspürte und einfing. Er kam dann noch zu uns, um uns was über die  Schlange zu erzählen, aber er hatte so einen krassen Slang, dass wir beide nicht wirklich etwas verstanden haben:
IMG_6671SSC_0653In dem Murchison Settlement tummelten sich auch einige nette Kakadus. Der obere kann bei Bedarf schöne Federn auf seinem Kopf präsentieren:
SSC_0654SSC_0655Zum Abendessen gab es dann gegrillte Känguru Steaks. Als ich zur Prüfung der Garstufe eines der Steaks anschnitt, kamen sie wieder, die Buschfliegen, sodass das Abendessen kurzerhand wieder in das Auto verlegt werden musste. Begeistert waren wir beide vom Kängurufleisch nicht.

Die Gabyon Station, unserer dritten Übernachtungsstation auf dem Wool Wagon Pathway ist eine Schaaf/Ziegen Farm mit 271.000 Hektar und es geht dort sehr rustikal zu. Die Sanitäranlagen sind mit Sicherheit älter als ich.
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Die Stühle stehen direkt vor den Duschen:SSC_0658Kurz bevor der Orangensaft nach zu dem Zeitpunkt 4700km Spazierfahrt endlich geöffnet wurde und wir zudem feststellen mussten, dass unser Frühstücksbrot verschimmelt ist, entstand dieses Foto:SSC_0659SSC_0657

 

Von der Gabyon Station fuhren wir wieder in die Zivilisation weiter in den Süden nach Perth. Die letzten zwei Tage verbrachten wir in Perth und haben dort das Swan Valley, ein Weinanbaugebiet besichtigt und den letzten Tag noch morgens am Strand verbracht. Perth ist sicher kein Highlight, es gibt aber auch hässlichere Städte.

Unser Fazit:
Landschaftlich hat es uns super gefallen, man muss die teils karge weite Landschaft und die Einsamkeit mögen, aber genau das haben wir gesucht, denn sonst wären wir an die Ostküste geflogen. Westaustralien ist einfach zu bereisen, die Infrastruktur ist gut und viele Wanderwege sind gut ausgezeichnet. Das Auto war super, wenn auch die Matratze etwas hart war, aber mit einem Geländewagen auch mal Offroad unterwegs zu sein ist eine Freude. Die Walhai-Tour war auch echt gut, wir hatten Glück mit dem letzten Walhai so lange zu schwimmen. Die Einzigartigkeit Westaustraliens hat aber auch manchmal ihren Preis: Die Hitze und manchmal fehlenden Schatten sollte man nicht unterschätzen und die Buschfliegen können manchmal ganz schön nerven, mal sind sie da, mal nicht, jedenfalls ist die Buschfliege für uns das Nationaltier Australiens und nicht das Känguru!

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Pech und Pannen und ein Happy End bei den Walhaien

Wir setzten unsere Reise weiter in Norden nach Denham fort. Von Denham, einer kleinen Stadt an der Küste, sind wir in den Francois Peron Nationalpark gefahren. Der Francois Peron Nationalpark zeichnet sich durch großartige Farbspiele zwischen dem türkisfarbenen Meer, dem weißen Sandstrand und dem roten Sand des Festlandes aus. Man kann ihn wegen seiner tiefsandigen Pisten nur mit einem Allradfahrzeug befahren und muss auch den Reifendruck reduzieren.

Wir reduzierten unseren Reifendruck auf 18 psi, also ungefähr 1,2 Bar, was man schon ordentlich merkt und begannen unser kleines Offroad Abenteuer.

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Unser Landcruiser war in seinem Element und mir war es eine Freude ihn durch die teils heiklen Stellen zu prügeln, aber insgesamt war der Großteil gut machbar, manch einer fährt sich schon nach 2km fest und kommt nicht weiter. Insgesamt gab es da in Afrika schon schlimmeren Tiefsand zu bewältigen. Wir fuhren ganz in den Norden dieser Halbinsel, die der Francois Peron NP bildet.

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Dort gibt es nicht nur tolle Strände, sondern auch die Möglichkeit von einer Klippe Riffhaie, Wasserschildkröte, Delfine und manchmal Seekühe zu beobachten, wenn man Glück hat. Wir fanden eine große Gruppe Kormorane, große Wasservögel, dort vor.

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Von der Spitze fuhren wir etwas weiter südlich, wo es ca. 10 Stellplätze in direkter Strandnähe gibt. Neben uns waren noch 2x weitere Camper dort. Ansonsten gibt es dort eine kleine gemeinsame schattige Sitzmöglichkeit, saubere Plumpsklos und eine Grillmöglichkeit. Schnorcheln kann man ebenfalls direkt am Strand.
Hier grillten wir dann auch unsere Känguru Bratwürste, nebenbei schauten ein paar wilde Ziegen bei uns vorbei. Die Würste schmeckten mir ganz gut, leider war der Geschmack etwas durch das beigemischte Chili übertönt, für Dorit waren die Würste eher nichts. Es muss also nochmal neutraleres Känguru-Fleisch her…

 

Nach einer Nacht verließen wir den Francois Peron Nationalpark wieder und fuhren weiter in Richtung Norden, nach einer Zwischenübernachtung in Carnarvon, wo viele Früchte und Bananen wachsen, ging es über Coral Bay und Exmouth in den Cape Range Nationalpark.
Vor dem Cape Range Nationalpark liegt in unmittelbarer Küstennähe, im Gegensatz zum Great-Barrier-Reef, das Ningaloo-Reef, das zum UNESCO-Welterbe zählt.

Auch hier haben wir nah am Strand gecampt, dieses Mal ohne Offroad-Abenteuer zuvor. Aber hier begann ein kleine Pechsträhne. Schon beim Hinweg haben wir uns ordentlich mit der Fahrtzeit verschätzt und waren dann insgesamt fast 7h unterwegs. Während der Fahrt gab es einige beeindruckend große Termitenhügel zu sehen und unsere Klimaanlage leistete bei fast 38 Grad sehr gute Arbeit.

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Angekommen im Cape Range NP fiel mir schon bei geöffneter Seitenscheibe beim Rückwärtsfahren auf, dass auffallend viele Fliegen in das Auto eindrangen. Kaum ausgestiegen, wurden wir von den Fliegen überfallen, stets hatten sie es auf unser Gesicht abgesehen. Also direkt die Netze über den Kopf gezogen, dennoch ist man doch sehr eingeschränkt dadurch, man kann nicht mal eben was essen oder trinken. Hinzu kam die Hitze und unsere Laune war trotz der wieder einmal beeindruckenden Landschaft schnell im Keller. Weil wir noch kurz schwimmen waren und die fliegenfreie Zeit unmittelbar nach Sonnenuntergang nutzten, denn nach Sonnenuntergang sind die Fliegen plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, kochten wir im Dunkeln.

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Nach dem Essen wollte ich noch kurz ein paar Meter weit weg pinkeln gehen, doch als ich mit der Stirnlampe umher schaute, leuchteten überall um uns herum so kleine Augen von Spinnen. Ich sprach Dorit darauf an und wollte ihr zeigen wie viele Spinnen hier um uns herum sind und dass die Augen das Licht reflektieren, in Australien muss man durchaus auch mit den Spinnen aufpassen, doch Dorit entdeckte 2-3m von uns entfernt etwas ganz anderes, nämlich  eine Braunschlange, die sich agil auf unser Auto hinzubewegte. Braunschlangen zählen zu den giftigsten Schlagen Australiens, wir hatten ja noch genug Abstand, aber wir wollten natürlich nicht, dass sie noch näher kommt. Weil Schlangen ja sensibel auf Vibrationen reagieren, stampfte ich mehrfach kraftvoll auf den Boden, während Dorit leise „Hilfe, Hilfe, Hilfe…“ vor sich hin flüsterte, sie war offensichtlich nicht sehr begeistert von so vielen Spinnen und einer Schlange umgeben zu sein. Die Schlange ließ sich zunächst nicht weiter beeindrucken, aber drehte dann doch irgendwann ab. Wir flüchteten ins Auto und beschlossen aus dem Auto heraus unsere Zähne zu putzen. Dorit verzichtete auf die abendliche Blasenentleerung.

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Am nächsten Morgen waren alle Fliegen wieder da. Schon um kurz nach 7 Uhr machten wir uns zu einer kleinen Wanderung zu einer Schlucht auf. Die Mini-Wanderung war auch schön und wir bekamen ein paar Kängurus zu sehen, die hier perfekt getarnt und  an die Landschaft angepasst sind.

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Ich will gar nicht wissen an wie vielen Kängurus man vorbeifährt/vorbeiläuft ohne sie überhaupt zu entdecken. Nach der Wanderung sind wir noch zu einem Strand, der Turquoise Bay, gefahren, die ihren Namen wegen des türkisblauen Wassers hat. Der Strand war wiedermal sehr schön und das Wasser auch wie angekündigt türkisblau. Das Riff war nichts besonderes.SSC_0984

Anschließend beschlossen wir, dass es bei dieser Hitze und diesem Fliegenaufkommen keinen Sinn macht, weiter im Cape Range NP zu bleiben und wir fuhren nach Exmouth zurück.

Natürlich nicht einfach so, denn plötzlich zischte es für einige Sekunden und unser linker Hinterreifen war platt. So platt, dass ich gar nicht mehr von der Straße runterfahren konnte. Also hat Dorit, die immer genau weiß wo sich alles in unserem Auto befindet (geordnetes Chaos oder so ähnlich) die Suche nach dem Wagenheber aufgenommen. Der Ersatzreifen war ja nicht zu übersehen, klebte er schließlich hinten am Auto. Aber vom Wagenheber fehlte der Arm und es war nur das Unterteil vorhanden. Schon praktisch wenn man sich einen dicken Geländewagen mietet und Offroad unterwegs ist, aber beim Wagenheber Teile fehlen.

Wie so oft in entlegeneren Gebieten in Westaustralien hatten wir natürlich auch keinen Handyempfang. Also warteten wir ab bis jemand vorbeikam. Das erste Auto habe ich noch nicht angehalten, so peinlich war mir die Sache mit dem Wagenheber, ich konnte es nicht glauben. Aber dann kamen irgendwann zwei Schweizer Mädels mit einem SUV vorbei. Doch deren Wagenheber war für unser Auto leider eine Nummer zu klein, er konnte es einfach nicht anheben. Also fuhr Dorit mit einer der Schweizerinnen zum Visitors Center, um bei unserem Vermieter anzurufen. Doch auch dort war kein guter Empfang, glücklicherweise trafen sie dort Simon, ein Deutscher, der 5 Wochen mit einem fast baugleichem Geländewagen in Westaustralien unterwegs ist. Er ist bereitwillig mit seinem Wagen hinterhergefahren und schließlich trafen alle bei uns ein. Der Reifen war im Nu gewechselt und Simon hatte sich sein Feierabendbier als kleine Wiedergutmachung verdient. In Exmouth, einem Ort mit 2200 Einwohnern, wollten wir dann doch trotz des hohen Preises eine Tagestour unternehmen, um mit Walhaien, den größten Fischen der Welt, zu schwimmen. Doch unser Pech setzte sich zunächst fort und wir erfuhren, dass am nächsten Tag wegen eines Sturmes/Gewitters keine Walhaitouren stattfinden. Im Moment wütete auch ein großer Zyklon namens Veronica im Norden Australiens, den wir und die lokale Bevölkerung schon seit einigen Tagen aufmerksam verfolgten, weshalb nun auch eine Weiterfahrt nach Norden in den Karijini Nationalpark wegen überfluteter Straßen ebenfalls nicht möglich sei, der Karikini NP war zudem geschlossen. Also mussten wir wohl oder übel einen weiteren Tag in Exmouth verbringen.

Abends bekamen wir Besuch von mehreren Emus. Sie machten sich zunächst beim Nachbarn zu schaffen und suchten nach Essbaren.

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Einer war besonders fotogen und hat sich neue Passbilder bei mir machen lassen, auch wenn sie nicht ganz einwandfrei biometrisch sind:

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Mir fielen die kräftigen Füße der Emus auf. Ich kam dann mit einem australischen Ehepaar ins Gespräch, die mich warnten vorsichtig zu sein, denn Emus können stark treten und kratzen. Allgemein sind Emus aber sehr friedlich, wenn sie nicht bedrängt werden. In Exmouth gibt es viele Emus, so warnen auch einige Straßenschilder vor überquerenden Emus. Emus sind meistens Einzelgänger und finden sich nur temporär zu Gruppen zusammen. Ihre Flügel sind funktionslos und ihren Mund öffnen sie häufig zur Kühlung, dabei hecheln sie dann so stark, dass sie hyperventilieren. Ihr pH Wert im Blut bleibt dabei dennoch stabil, warum weiß man noch nicht genau.

Emus haben drei Zehen, Strauße nur zwei. Emus und Strauße sind nicht miteinander verwandt und ein gutes Beispiel für konvergente Evolution.SSC_0987

Emu am Straßenrand:SSC_0986 

Bei der Vorbereitung des Frühstücks entdeckte Dorit dann noch in unseren Schränken einige Mäuseköddel und leider war auch unsere Brottüte durchfressen und eine Scheibe komplett ausgehöhlt. Wahrscheinlich hat sich über die Mülltüte, die wir nachts draußen auf dem Tisch lagerten und die wir am nächsten Morgen wieder reinholten, eine Maus ins Auto geschmuggelt. Wir besorgten uns Mäusefallen und stellten diese auf, doch die Maus war wohl schon weg, neue Köddel kamen auch nicht mehr. Unseren platten Reifen ließen wir in Exmouth flicken, er hatte ein Loch in der Lauffläche.

Es gab eine kleine Offroad Strecke entlang eines momentan trockenen Flussbettes durch eine Schlucht, die wir in Angriff nahmen und die landschaftlich sehr schön war.

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Für den nächsten Tag erwarteten wir früh morgens an unserem Campingplatz abgeholt zu werden. Die Nacht war stürmisch, anfangs konnte man wegen der Windgeräusche und eines Gewitters kaum schlafen, es war so heiß, dass eigentlich alles klebte und wir waren morgens ziemlich gerädert. Doch früh morgens klingelte mein Handy, die Tour muss wegen tiefhängender Wolken leider abgesagt werden. Die Wolken sind in sofern relevant, dass die Walhai Sichtung nur über ein Flugzeug, das nach Walhaien Ausschau hält, funktioniert. Und das kann bei tiefer Wolkendecke nicht starten. Der Touranbieter war für die nächsten Tage ausgebucht, unsere Laune war so ziemlich am Tiefpunkt, noch einen Tag in Exmouth bei der Hitze verbringen, einen neuen Touranbieter buchen oder in den Süden umkehren? Wir entschieden uns noch einen Tag auszuharren und fuhren nochmal in den Cape Range NP, dort waren nun weit weniger Fliegen, aber viel gemacht haben wir dort trotzdem nicht. Abends sind wir dann zum Aufbessern der Laune Pizza essen gegangen. Die Lebensmittelpreise steigen übrigens gefühlt mit jedem Kilometer, den man weiter nördlich fährt, denn fast alles muss aufwendig aus Perth hergebracht werden. Die Dieselpreise sind ebenfalls deutlich teurer, eine Pizza-Margharita bekommt man für ca. 10,50€.

Am nächsten Morgen war es dann soweit, die Tour wurde zumindest schon mal nicht abgesagt, eine Steigerung! Mit insgesamt 16 Leuten wurden wir zu einem Hafen im Cape Range NP gefahren und von dort ging es los, nach einem kurzen Probe schnorcheln, startete das Flugzeug und suchte nach Walhaien. Die Walhaie sind hier am Ningaloo Reef zwischen Mitte März und Juli. Mitte März gibt es hier die Korallenblüte und entsprechend viel Plankton. Walhaie kommen wegen des gut gedeckten Tisches deshalb zum Ningaloo Reef, denn sie essen vor allem Plankton, Krill und kleine Fische. Das machen sie, indem sie einfach ihr Maul aufmachen und alles einsaugen und in den Kiemen filtern, ziemlich cool! Walhaie werden bis ca. 13m groß und sind für den Menschen ungefährlich, außer man lässt sich von der Schwanzflosse schlagen, was bei den tonnenschweren Fischen nicht ungefährlich ist. Walhaie leben in tropischen Gewässern, kommen aber nur an manchen Orten auf der Welt regelmäßig vor, nämlich hier in Westaustralien, in Mexiko, Philippinen, Mosambik, (Malediven, Seychellen). Nach einiger Zeit funkte der Pilot des Flugzeuges, dass er mehrere Walhaie entdeckt habe und gab uns eine Position durch. Walhaie schwimmen oft relativ weit oben, sie können jedoch auch sehr tief abtauchen. Und jedes Mal wenn wir in der Nähe eines Walhaies waren, tauchte er wieder ab und war nicht mehr zu sehen. So ging es einige Male, bis schließlich die ersten 8 von uns ins Wasser durften. Also sprangen wir hinein und das erste was ich sah, war, dass der Walhai ca. 2m direkt unter mir war. Ich schwamm schnell zur Seite und wir folgten dem Walhai, jedoch nur kurz, dann tauchte er wieder ab. So ging es beim nächsten Walhai an einem ganz anderen Standort ebenfalls, der Walhai tauchte schnell ab, sodass man ihn nicht mehr sehen konnte. Auf jeden Fall schon sehr beeindruckend, aber das könnte gerne länger sein.

Schließlich hatten wir mehr als Glück. Wir fanden einen dritten Walhai, der die ganze Zeit, fast schon an der Wasseroberfläche, kreiste. Normalerweise sollte man wegen der Schwanzflosse und um ihn nicht zu behindern ca. 3m Abstand halten. Unser Guide Sam meinte schon, dass das schwierig wird, wenn er kreist und wir zusehen sollen, dass wir ihm nicht im Weg rumschwimmen und ihn nicht berühren. Und so war es dann auch, der Walhai war zum Greifen nah, manchmal weniger als 1m entfernt und man hatte gut damit zu tun ihm nicht den Weg zu versperren. Selten habe ich etwas Faszinierenderes gesehen, mit so einem riesen Tier zu schwimmen war der Hammer und man hatte tatsächlich das Gefühl der Walhai habe Spaß daran. Als wir wieder zum Boot wollten, hat er uns sogar verfolgt, laut Sam merken die Walhaie die durch die Taucherflossen entstehenden Luftblasen an der Nase und denken es sei Krill. Als wir auf dem Boot waren, kam er dann nochmal ganz nah zum Boot. Hier ein paar Fotos der Fotografin, die alles per Kamera festgehalten hat:

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Neben Walhaien haben wir übrigens noch einige Male Delfine und einen Riffhai vom Boot aus gesehen. Es dürfen gleichzeitig übrigens immer nur 10 Leute mit dem Walhai schwimmen und nach 1h muss der Walhai in Ruhe gelassen werden, die Walhaie werden nicht angefüttert o.ä., die Guides müssen immer die Größe und das Geschlecht des Walhais dokumentieren und ein Foto von seiner Bepunktung aufnehmen, denn die Punkte des Walhais sind wie sein Fingerabdruck, sodass man das Verhalten der Walhaie besser verfolgen kann. Insgesamt also ein sehr lohnenswerter Tag! Heute haben wir einen Fahrtag eingeplant und fahren 650km ca. 8h in den Karijini Nationalpark, denn die Straße und der Nationalpark wurden nach insgesamt 8 Tagen nun wieder eröffnet.

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G’day Australia – von Perth in Richtung Norden

Angekommen in Perth haben wir am Abend nur noch kurz was in der Innenstadt gegessen. Am nächsten Morgen haben wir unseren Toyota Landcruiser abgeholt, weil wir aus Afrika mit Geländewagen bestens vertraut waren, dauerte die Übergabe nicht allzu lange. Knapp 5000€ Selbstbehalt/Kaution muss man via Kreditkarte freigeben und wir bekamen noch einen GPS-Notfallsender, mit dem man in medizinschen Notfällen per Knopfdruck und ausziehbarer Antenne in entlegenen Gebieten einen Notruf absetzen kann. Dorit+Frau von der Autovermietung haben mich dann noch breit geschlagen für 100€ eine Zusatzversicherung für 1x Windschutzscheibe und 2x Reifen abzuschließen, da hat die Frau von der Vermietung wirklich einen guten Job gemacht mit ihren dramatischen Schilderungen von Steinschlag usw. . Apollo hat Autos, die maximal 2 Jahre alt sind und wir bekamen ein Exemplar mit erst 23.000km. 2x 90L Dieseltank, 50L Wassertank, ausziehbare Kochmöglichkeit, Kühlschrank und Hitop-Schlafmöglichkeit hat das gute Teil. Aber leider auch sehr harte Matratzen, bzw. Liegepolster, denn Matratze kann man das eigentlich nicht nennen…SSC_0402

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Die ersten Kilometer waren bei mehrspurigen Straßen und Linksverkehr dann doch erstmal gewöhnungsbedürftig. Nach einem Großeinkauf in Perth sind wir in Richtung Norden aufgebrochen. Unser erstes Ziel war das 3h entfernte Cervantes. Dort liegt die Pinnacle-Desert, Pinnacles sind vom Wetter geformte Felstürme. Die Pinnacle-Desert liegt an einem idyllischen Küstenstreifen am Indischen Ozean. Die genaue Entstehung der Pinnacles ist immer noch Gegenstand der Forschung, sicher ist jedoch, dass sie aus Muschel- und Schneckenschalen bestehen.

Pinnacle-Desert:SSC_0395

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Anschließend sind wir zum pink lake gefahren, ein See, der aufgrund seiner Algen pink erscheint. Leider war er ziemlich ausgetrocknet als wir dort waren, man konnte das pink zwar erkennen, aber mit der Drohne ließ sich das pink doch ganz gut einfangen.

Pink Lake:DJI_0047.JPG

 

Weiter ging es über einsame gravel roads (Schotterpisten) vorbei an einigen kleinen Buschfeuern, die am Rand auf den gemähten Feldern wüteten über die Landesgrenze für eine Zwischenstopp in die „Principality of Hutt River“,  eine eigene Mikronation in Australien, international jedoch nicht anerkannt.

Die endlose Weite ist sehr beeindruckend in Westaustralien:DJI_0076.JPG

1970 hat der Landwirt Leonard George Casley oder Prince Leonard wie er jetzt genannt wird die Unabhängigkeit gegenüber Australien erklärt, weil Westaustralien Quoten auf den Weizenverkauf einführte, demnach hätte Casley nur noch 10% seines Weizens verkaufen dürfen. Das „Staatsgebiet“ umfasst 75 km².  Die australische Regierung verweigert dem Fürstentum zwar die Anerkennung als unabhängiger Staat, übt jedoch auf dem Gebiet der Principality of Hutt River keine Staatsgewalt aus und die 23 Einwohner müssen keine Steuern zahlen und gelten als „non resident of Australia“. Alle Einwohner sind zudem aus dem Wählerregister Australiens gestrichen und haben keine Rentenansprüche. Nach eigenen Angaben wurde Casley dann von den Einwohnern zum Prinzen ernannt. Seit 2 Jahren ist  nun einer seiner Söhne der Prinz und vor 4 Wochen starb Prinz Leonard. Wir wurden nett von dem Sohn und amtierenden Staatsoberhaupt Prinz Graeme begrüßt. Das „Visum“ kostet 4 australische Dollar und man bekommt sogar auch einen Einreise- und Ausreisestempel in den Pass. Prinz Graeme gab uns eine kleine Führung durch das Post-Office und das Museum. Dort findet man auch Briefe der Queen zur Feier der 40 jährigen „Unabhängigkeit“ 2010 und viele Geschenke anderer Länder. Die Pässe der Hutt River Principality werden von der EU übrigens nicht anerkannt. Zudem gibt es  noch eine Kapelle und sogar 2 Thröne, auf denen man auch Platz nehmen darf. Auf jeden Fall ein lohnendes Ziel für jeden, der in Westaustralien ist.

Büste von Prince Leonard:SSC_0398

Prince Graeme beim Stempeln des Reisepasses:IMG_6330

Weiter ging es zum Kalbarri-Nationalpark. Im Kalbarri Nationalpark fließt der Murchison River durch eine 80km lange Schlucht hindurch bis zum indischen Ozean. Außerdem gibt es noch eine faszinierende Steilküste.

Campingplatz vor Kalbarri:DCIM100MEDIADJI_0096.JPGSSC_0399

Im Kalbarri haben wir uns am ersten Tag die Steilküste angeschaut und dann noch eine kleine Wanderung gemacht. Mittags sind es gerne mal 33°C, sodass wir erst spät nachmittags losgegangen sind, trotzdem war es noch sehr warm und man hatte permanent mindestens 10 Fliegen um sich, deren Ziel war ein paar Tropfen Feuchtigkeit von Mund, Nase, Augen zu ergattern, unsere vorsorglich eingepackten Fliegennetze für den Kopf hatten wir natürlich im Auto liegen gelassen.SSC_0400

Abends beim Sonnenuntergang:DCIM100MEDIADJI_0157.JPG

Erste Wanderung im Kalbarri Nationalpark:SSC_0404

Am nächsten Tag sind wir deshalb schon um 6 Uhr aufgestanden, um eine ca. 9km lang durch die Schlucht zu wandern. Wir hatten Glück und es war erst schön bewölkt und der Weg war auch entspannter als am Vortag, die Fliegen waren ebenfalls weg. Alles war gut ausgeschildert und überall wird davor gewarnt genug Wasser mitzunehmen und sich gut vor der Sonne zu schützen. Vor ein paar Jahren ist eine Touristin an einem Hitzschlag hier gestorben. Landschaftlich war die Wanderung sehr lohnenswert, uns gefällt diese Einsamkeit hier in Westaustralien sehr, wenn man manchmal auch Stunde um Stunde mit dem Auto fährt ohne dass sich irgendwas an der Landschaft ändert.

Zweite Wanderung im Kalbarri Nationalpark:
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Natural Window während der Wanderung:SSC_0413SSC_0412SSC_0411

Hier sahen wir dann auch unser erstes Känguru, wir haben zwar zuvor auch ca. 5-10 Kängurus am Tag gesehen, allerdings immer platt neben der Straße. Kängurus sind in Westaustralien eine Art Plage und die langen Road Trains (LKWs, die bis zu 36,5m lang sind) können oft nicht mehr rechtzeitig bremsen. Auch sollte man nachts generell nicht mit dem Auto fahren, da Kängurus einmal geblendet nicht mehr von der Straße hüpfen, sondern die Selbstmordvariante wählen. Das Jagen der Kängurus ist daher auch in vielen Landesteilen eine Art Sport, das Fleisch des Kängurus ist zwar sehr proteinreich und fettarm und geschmacklich gut, wird allerdings von den Australiern kaum gegessen, da die Kängurus fast das Image einer Ratte wie in Europa haben. Seit 1995 ist es auch erst erlaubt Kängurus zu essen und die Regierung hat eine Kampagne gestartet, um den Verzehr von Känguru Fleisch zu erhöhen. In den Supermärkten findet man Känguru Fleisch nur in geringem Ausmaß.

Wie unsere Känguru-Bratwürste geschmeckt haben und wie unser Offroad-Abenteur im Francois-Peron-Nationalpark ausgeht, erfahrt ihr dann beim nächsten Mal.

 

 

 

 

Kategorien: Australien 2019 | Ein Kommentar

Western Australia – Down Under wir kommen!

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Nun ist es endlich soweit, Australien hatten wir eigentlich nie so richtig auf unserer Agenda, aber dann sind wir über Westaustralien gestolpert, das oft als das „wahre Australien“ bezeichnet wird und waren von der Landschaft fasziniert.
Westaustralien ist der größte Staat Australiens, nimmt ca. 1/3 des Kontinents ein und ist so groß wie Westeuropa. In Westaustralien leben ca. 2,5 Millionen Einwohner, davon 1,8 Millionen in Perth. Außerhalb leben also nur 700.000 Menschen auf einer Fläche, die siebenmal so groß wie Deutschland ist, die meisten davon an der Küste. Im   Landesinnern ist Westaustralien sehr dünn besiedelt und es gibt riesige Gebiete, die fast menschenleer und nur schwer zugänglich sind. Die Landschaft ist dort geprägt von mehreren Wüsten und karge Landschaften.

Wir haben uns für 3 Wochen einen Geländewagen, einen Toyota Landcruiser mit Hitop-Dach gemietet und wollen damit wie schon in Afrika auch ein bisschen Offroad fahren und in Gegenden fahren, in die man ohne Geländewagen nicht kommt. Durch das Hitop-Dach kann das Dach etwas hochheben und dann oben drin schlafen. Kühlschrank und Campingausrüstung sind natürlich auch mit an Board.

Von Düsseldorf fliegen wir heute über Dubai nach Perth. Perth ist nicht nur die sonnigste Großstadt Australiens, sondern auch die entlegenste Großstadt der Welt, bis zur nächsten Großstadt Adelaide sind es circa 2.100 km. Von dort fahren wir die Küste hoch, am Ningaloo Reef vorbei, das ebenso schön wie das Great Barrier Reef und deutlich weniger besucht sein soll. Dort kommen genau zu dieser Zeit auch Walhaie, die größten Fische der Welt, vorbei, um Plankton zu essen und man kann an Touren teilnehmen, um mit Walhaien zu schwimmen, allerdings ist das sehr teuer. Weiter geht es dann an der Küste entlang, durch mehrere Nationalparks mit grandiosen Schluchten, bis wir schließlich in das Landesinnere fahren und auf dem Weg durch das Outback zurück nach Perth.

Wir melden uns dann die Tage mit den ersten Känguru-Bildern! Hooroo!

Hier noch eine grobe Route:

Route Geländewagen Westaustralien

Kategorien: Australien 2019 | Hinterlasse einen Kommentar

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